WIND PERSPECTIVES: Drei Dirigenten, drei Wege, ein gemeinsamer Abschluss
Mit WIND PERSPECTIVES präsentierte das Sinfonische Blasorchester WINDWERK zwei besondere Konzertabende in der Kulturbühne Ambach in Götzis und im Gustav-Mahler-Saal in Toblach. Gemeinsam mit Jakob Augschöll, Daniel Muck und Daniel Niederegger entstand ein Programm, das die Vielfalt sinfonischer Blasmusik eindrucksvoll hörbar machte. Für die drei Dirigenten bildeten die Konzerte zugleich den Höhepunkt und Abschluss ihres Masterstudiums Blasorchesterleitung am Konservatorium „Claudio Monteverdi“ Bozen.
Der Studiengang für Blasorchesterleitung wurde 2010 am Musikkonservatorium „Claudio Monteverdi“ in Bozen auf Initiative des Verbandes Südtiroler Musikkapellen in enger Zusammenarbeit mit dem Konservatorium, dem römischen Bildungsministerium und dem Bildungsreferat des Landes Südtirol eingeführt. Damit war das Ziel erreicht, die höchste Ausbildungsstätte des Landes in die Blasmusik einzubinden. 2019 wurde das Bachelor-Studium um den Master-Lehrgang erweitert. 2020 wurde der aus Vorarlberg stammende Dirigent, Komponist und Musikpädagoge Thomas Ludescher an den Lehrstuhl berufen.
Schon ab den ersten Takten war spürbar, dass dieser Abend weit mehr war als ein Prüfungsprojekt. Die Musik wirkte ehrlich erarbeitet, mit großer Hingabe gestaltet und in jeder Phase musikalisch durchdrungen. Die drei Dirigenten brachten jeweils ihre eigene Handschrift ein. Mal kraftvoll und energiegeladen, mal detailreich und fein nuanciert, mal mutig und überraschend in den Klangfarben. Gerade diese unterschiedlichen künstlerischen Zugänge machten den besonderen Reiz des Konzertabends aus.
Auch WINDWERK zeigte sich als äußerst wandlungsfähiger Klangkörper. Mit großer Präzision, hörbarer Spielfreude und beeindruckender stilistischer Flexibilität bewegte sich das Orchester durch unterschiedlichste musikalische Welten. Die klangliche Bandbreite reichte von monumentalen Passagen bis hin zu sensiblen, beinahe kammermusikalischen Momenten. Technische Brillanz und musikalischer Ausdruck griffen dabei ganz selbstverständlich ineinander.
Der Titel WIND PERSPECTIVES erwies sich als treffend gewählt: Das Programm eröffnete unterschiedliche Blickwinkel auf die sinfonische Blasmusik – traditionsverbunden und zugleich modern, kraftvoll und feinfühlig, experimentierfreudig und dennoch zugänglich. Bekanntes und Neues, bewährtes Repertoire und Uraufführungen standen nebeneinander und machten deutlich, wie lebendig und vielfältig diese Klangwelt ist.
Am Ende stand langer, herzlicher Applaus für zwei gelungene Konzertabende und für drei junge Dirigenten, die dabei eindrucksvoll ihr künstlerisches Profil gezeigt haben. Dass Jakob Augschöll, Daniel Muck und Daniel Niederegger ihre Masterprüfung mit der Höchstpunktezahl und dem Prädikat „Summa cum laude“ abschließen konnten, unterstrich die Qualität dieses Projekts in besonderer Weise.
Mitfinanziert wurde das Projekt unter anderem von den Kulturabteilungen der Länder Vorarlberg und Südtirol.

